Anja Emde

Während meines Kunststudiums habe ich schnell gemerkt, dass es mir weniger um das künstlerische Produkt geht und noch weniger um den Verkauf oder Wert von Kunst. Für mich steht der Schaffensprozess mit seinem befreienden und heilsamen Potential im Vordergrund! Genau damit arbeitet die Kunsttherapie. Ich habe die Ausbildung zur Kunsttherapeutin in Freiburg absolviert und arbeite seit 2008 in diesem Beruf.

Seit meiner ersten Familienaufstellung fasziniert mich diese Methode. Nach mehreren eigenen Aufstellungen und vielen, bei denen ich als Stellvertreterin dabei war, habe ich die Ausbildung zur Familienstellerin gemacht.

Ich leite Familienaufstellungen mit großer Freude, aber auch mit großer Demut vor den systemischen Zusammenhängen, in die während der Aufstellung Einblick gewährt wird. Ich empfinde tiefen Respekt vor den Menschen, die sich, mit dem Wunsch und Willen nach Veränderung, für eine Aufstellung entschließen.
Ein Thema begegnet mir bei meiner Arbeit immer wieder: Das sind Aufstellungen, bei denen Väter, Großväter oder Urgroßväter, die als Soldaten im Krieg waren, den Opfern begegnen und durch das Annehmen ihrer Schuld nach all den Jahren einen Frieden finden, der auf das ganze Familiensystem ausstrahlt. Der Frieden, der bei solchen Aufstellungen entsteht, berührt mich sehr.


Mein persönlicher Weg ist es, innere Prozesse künstlerisch auszudrücken. Formen und Farben bieten eine Ausdrucksmöglichkeit, die direkt aus dem Körper und dem Erleben kommt. Ohne einengende Denkmuster oder gedankliche Zensur gelingt es beim non-verbalen Ausdruck, innere Regungen sichtbar zu machen und Erfahrungen auf einer sehr tiefen Ebene zu verankern. Ich freue mich besonders, mit den thematischen Seminaren diese Erfahrungen auch anderen Menschen zu ermöglichen!

Ich habe eine positive Sicht auf das Leben, kann mich freuen und Dinge mit Humor betrachten. Ich sehe „Probleme“ als Wachstumschancen und „Fehler“ als Erfahrungen, die uns reicher machen.

Ich lebe mit meiner Familie bei Freiburg.