Virginia Satir

Virginia Satir gilt als die Begründerin der Familientherapie. Sie nahm den Fokus vom Klienten uns erweiterte den Blick auf das Familiensystem. Sie erkannte, dass durch die Arbeit mit dem ganzen Familiensystem auch die einzelnen Familienmitglieder profitieren.
Virginia Satir ließ die Mitglieder der Familie, die sie behandelte, sich im Raum aufstellen und Position zueinander beziehen. Dabei wurden sehr schnell Muster sichtbar, die im Alltag zwar auch wirken, aber nicht bewußt wahrgenommen werden. Sie nannte ihre Methode "Familienskulptur" bzw. "Familienrekonstruktion".
Die Arbeit mit menschlichen Stellvertretern entdeckte sie 1962 eher zufällig. Die Familie, an der sie Kollegen ihre Arbeit demonstrieren wollte, sagte den Termin ab und Virginia Satir bat Anwesende, sich stellvertretend für die Familienmitglieder aufzustellen. Dabei wurde deutlich, wie treffend Stellvertretende sich in die Personen, die sie repräsentieren einfühlen können.

Besonders schön finde ich die von Virginia Satir formulierten fünf menschlichen Freiheiten:

  • Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.
  • Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke, und nicht das, was von mir erwartet wird.
  • Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen, und nicht etwas anderes vorzutäuschen.
  • Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.
  • Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer nur auf „Nummer sicher zu gehen“ und nichts Neues zu wagen.

Zuletzt aktualisiert am 13.03.2015 von Anja Emde.

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