Systemische Aufstellungen/ Familienaufstellungen

Ablauf einer Aufstellung

Bei einem Vorgespräch wird das Anliegen der aufstellenden Person geklärt. Biografische Fakten können hier wertvolle Hinweise für die Aufstellung geben.

Nach dem Vorgespräch wählt die aufstellende Person Stellvertreter und Stellvertreterinnen für sich selbst und für die Personen, die in der Aufstellung vorkommen sollen aus. Auch für Symptome, wie ein schmerzender Rücken, und Aspekte, wie eine große Sehnsucht, können Stellvertretende ausgewählt werden.  
Bei der Wahl der Stellvertretenden wird intuitiv vorgegangen. In der Regel werden für Frauen weibliche und für Männer männliche Stellvertreter ausgesucht. Das muss jedoch nicht so sein, wenn die Wahl auf einen gegengeschlechtlichen Stellvertreter fällt, so hat das auch seine Bedeutung.
Das Aufstellen der Stellvertretenden erfolgt spontan, so wie es sich gerade richtig anfühlt. Die Positionierung und Empfindungen der Stellvertretenden lassen sehr bald Zusammenhänge sichtbar werden, die im Alltag nicht bewusst sind und eindeutig zu der Person oder dem Aspekt gehören, für die sie im Kreis stehen.

Im weiteren Verlauf der Aufstellung wird das Initialbild durch Bewegung, Begegnungen und unterstützende Rituale verändert. Dabei frage ich die Teilnehmenden immer wieder nach ihren Wahrnehmungen und schlage Interventionen wie Platzwechsel oder bestimmte Sätze vor. Es entsteht ein erlebtes Lösungsbild, das gesundend auf die systemischen Dynamiken wirkt. Die aufstellende Person kann dann auch selbst ihre Position einnehmen und das neue Gefüge der Beteiligten erleben, die Veränderungen im System fühlen und in sich aufnehmen.

Was steht dahinter?

Durch unsere Geburt gehören wir unwiderruflich zu unserer Familie. Zu unseren Eltern und Geschwistern, aber auch zu weiter zurück liegenden Generationen, selbst wenn wir sie nie kennengelernt haben und sie vielleicht schon nicht mehr leben. Die Familie kann uns stützen, uns Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Geborgenheit geben. Wie durch ein unsichtbares Band sind wir aber auch im Negativen mit der Familie verbunden. Geschieht ein Unrecht, wird beispielsweise ein Familienmitglied ausgestoßen oder verleumdet, versucht etwas, das wie ein Familiengewissen wirkt, dieses Unrecht wieder auszugleichen. Wie um auf den Missstand aufmerksam zu machen, wiederholen sich derartige Schicksale im Leben von Nachgeborenen. Solange das unbewusst geschieht, entstehen Verstrickungen und Leid. Kommt aber - durch die Aufstellungsarbeit - das ursprüngliche Schicksal ans Licht, kann es gesehen und betrauert werden oder Gerechtigkeit erfahren. Ein weiteres Wiederholen ist unnötig und die Nachgeboreren sind frei, ihr eigenes Leben zu leben.