Wann können Aufstellungen helfen?

Mit Hilfe einer Aufstellung lassen sich unbewusste Hintergründe und Dynamiken von Konflikten oder Schwierigkeiten erkennen und gesundend beeinflussen. Aufstellungen können bei vielfältigen Beschwerden helfen:

Körperliche Symptome

Wiederkehrende oder chronische Beschwerden und Krankheiten, wie Schlafstörungen, Antriebsschwäche, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, Hautprobleme oder Asthma haben oft eine systemische Ursache. Aus der Aufstellersicht stelle ich die die Fragen "Worauf will das Symptom hinweisen?", "Was steht dahinter?"

Psychosomatische Erkrankungen

Bei Zwängen, Ängsten und Depressionen ist ein psychischer Zusammenhang anerkannt. Hier und auch bei körperlichen Beschwerden, die nach ärztlicher Abklärung keinerlei Hinweise auf eine körperliche Ursache haben, können Symptom- oder Krankheitsaufstellungen wertvolle Hinweise über die Beschwerden und deren Lösung bringen. Manche Krankheiten haben einen Hinweischarakter, die auf ein zu Grunde liegendes Problem aufmerksam machen möchten. Wird dieses zugrunde liegende Problem - häufig systemische Verstrickungen - gesehen, ist das Symptom mit seinem Hinweischarakter nicht mehr nötig.

Persönliche Schwierigkeiten oder einschränkende Denkmuster

Negative Lebenseinstellungen und Glaubenssätze, aber auch diffusere Beeinträchtigungen, die beispielsweise so beschrieben werden: „Ich fühle mich nirgendwo dazugehörig“, „Mir scheint, als hielte irgendetwas mich zurück“, "Ich habe meinen Platz im Leben noch nicht gefunden" haben oft einen systemischen Hintergrund. Familienaufstellungen helfen, diese Zusammenhänge zu erkennen und zu verändern.

Wiederkehrende Konflikten in der Partnerschaft

Auch hinter Schwierigkeiten wie konflikthafter oder unglücklicher Partnerschaft, erfolgloser Partnersuche oder unerfülltem Kinderwunsch können Verstrickungen mit dem Familiensystem stehen. Erkennen wir diese Zusammenhänge, ist dies der erste Schritt zu einer Lösung und Veränderung.

Unsicherheiten und Schwierigkeiten mit Kindern

Kinder haben ein sehr feines Gespür für ihre Umwelt, sie nehmen Zusammenhänge wahr, die den Erwachsenen nicht bewusst sind, und die sie auch selbst nicht einordnen können. Um das Familiensystem oder die Eltern zu entlasten, übernehmen Kinder teilweise eine Rolle im System, die ihnen nicht gut tut.

Der erste Schritt bei Schwierigkeiten mit Kindern und Jugendlichen, wie Unkonzentriertheit oder Nervosität (ADS/ADHS), bei Essstörungen, Rückzug oder ähnlichem muss nicht immer zum Kinder -und Jugendpsychologen führen. Häufig ist das Kind nur der Symptomträger für das Familiensystem. Ein Ansetzen an den Symptomen kann in diesen Fällen das Gefühl, nicht richtig zu sein verstärken. Dabei liegt der Hintergrund für die Problematik im System. Wird dieser Zusammenhang sichtbar, berichten die Eltern oft von einer Entspannung in der ganzen Familie und einer Besserung der Symptome bei den Kindern.

Konflikte am Arbeitsplatz oder in anderen Gruppen

Schwierigkeiten in verscheidenen Systemen oder berufliche Probleme haben häufig eine parallele zum Familiensystem. Wenn es wiederholt und nicht nachvollziehbar zu Schwierigkeiten in der Gruppe kommt, kann dies im Zusammenhang mit dem Herkunftssystem stehen. Möglicherweise ist dort etwas in Unordnung geraten, Personen nehmen Positionen ein, die sie sie überfordern, oder die einer anderen Person zustehen.
Wenn man innnerhalb der Familien und der Ahnenfolge den richtigen Platz einnehmen kann, wirkt sich das in der Regel auch positiv auf andere Systeme aus!

Auch ohne eigenes Anliegen sind Aufstellungen wertvoll

Aufstellungen als Zuschauer oder Stellvertreter

Auch ohne eigene Aufstellung ist eine Familienaufstellung sehr bereichernd!
Um das Familienstellen kennenzulernen ist dies die beste Methode. Es gibt einen praktischen Eindruck. Wo es schwierig ist, zu erklären, wie das Familienstellen funktioniert, ermöglicht das In-einer-Rolle-Stehen die Erfahrung, als Außenstehende in das Feld der Aufstellenden Person einzutauchen.

Viele Menschen berichten, dass sie auch persönlich viel von der Stellvertreter-Erfahung profitieren. Überraschenderweise passt die Rolle, für die sie ausgesucht werden in den meisten Fällen zu eigenen Lebensthemen!

Menschen, die auf der Suche sind nach einem Zugang zu ihrer eigenen - oftmals durch Erziehung unterdrückte oder durch negative Erfahungen abgespaltene – Gefühlswelt, können in der Stellvertreterrolle Emotionen erleben. In der Rolle sind Gefühle wie Trauer, Wut, Liebe authentisch spürbar, ohne direkt an die eigene Geschichte zu rühren. Das Gefühlserleben der Aufstellung bleibt als Erfahung im Körper gespeichert und ebnet den Weg zu einem reicheren eigenen Erleben von Gefühlen.

Zu spüren, dass wir mit anderen Menschen und deren Schicksalen in Resonanz gehen, stellt eine besondere Gruppenerfahrung dar. Die Aufstellenden dürfen erfahren, dass andere Menschen für sie einstehen; die Stellvertretenden dürfen erfahren, wie wertvoll ihre Beteiligung und Unterstützung ist.